Freitag, 14. Juli 2017

Rezension: Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen von Abbi Waxman

Infos zum Buch:

Originaltitel: The Garden of Small Beginnings
Einzelband
Verlag: Rowohlt
Titel: Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen
Autor: Abbi Waxman
Erschienen: 24. März 2017
Verfilmung: Nein
Reihe: Nein
Seitenanzahl: 368
Preis: 9,99 € (Taschenbuch) / 4,99 € (Ebook)

Link zu Amazon




Beschreibung:

Die Kunst, die Radieschen von oben zu sehen
Wer hat schon Lust, einen Gemüsegarten umzugraben? Lilian jedenfalls nicht. Sie hat mit ihrem Job, den beiden kleinen Töchtern und dem Kummer um ihren verstorbenen Mann genug zu tun. Danach fragt ihre Chefin jedoch nicht und meldet sie beim Gärtnerkurs eines wichtigen Kunden an. Der ist gar nicht mal so unsympathisch. Und Lilian ist verblüfft, was sie da auf dem Acker alles ausgräbt: Würmer, Lebensfreude, Baumwurzeln, Plastikfeen, Unkraut, Freunde, Radieschen, einen ziemlich großartigen Mann, und den Mut, sich neu zu verlieben …

Meine Meinung:

Ich durfte das Buch als Ebook vor erscheinen lesen und habe es vor allem wegen des hübschen Covers ausgesucht und auch weil ich das Thema rund um den Gartenbau interessant fand.
Die Handlung gefiel mir soweit sehr gut. Die Protagonistin hat mit den üblichen Alltagsproblemen nach dem Tod ihres Mannes zu kämpfen, muss ihre beiden Töchter alleine großziehen, sich mit Problemen innerhalb ihrer Familie auseinander setzen und der großen Frage, ob sie überhaupt wieder bereit für eine neue Beziehung ist, denn gerade in der Hinsicht zieht sich Lilian immer wieder zurück in ihr Schneckenhaus.
Den Verlust ihres Mannes hat die Autorin nachvollziehbar dargestellt, nicht zu viel und nicht zu wenig, so dass die Geschichte dennoch ihrem lockeren Erzählstil treu bleibt und nicht zu deprimierend zu lesen ist. Lilians Familienleben ist anschaulich dargestellt worden, teilweise auch recht chaotisch, aber dafür sehr realitätsnah. Ihre beiden Töchter sind ziemliche Wildfänge, haben immer lockere Sprüche auf Lager und wirken sehr lebendig auf mich. Auch Lilians Leben als alleinerziehende Mutter fand ich interessant, vor allem auch ihren Job als Zeichnerin/Grafikerin für Bücher. Und gerade ihr neuer Jobauftrag bringt noch viele weitere neue Nebenfiguren mit sich. Die bunte Schar an schillernden Persönlichkeiten, die sich in Lilians Leben einnisten, fand ich, waren zwar toll und relativ gut auseinander zu halten, doch war es ein wenig zu viel für meinen Geschmack. Dadurch kam das Thema um das Gärtnern etwas kurz und ich fand, wenn die Autorin sich schon ein bestimmtes Thema heraussucht, dann hätte sie sich vielleicht auf weniger Figuren und mehr auf die Handlung konzentrieren sollen.
Das Setting fand ich klasse. Zum einen spielt es in den Häusern und Gärten der Figuren, zum anderen im botanischen Garten, in dem die Protagonistin und ihre Freunde das Gärtnern von der Picke auf lernen. Toll fand ich hierzu jeweils die eingestreuten Tipps zum Gärtnern, die die Autorin noch mit eingebracht hat, was dem Ganzen die entsprechende Würze verliehen hat.
Die Liebesgeschichte zwischen Lilian und ihrem neuen Mann im Leben und der Konflikt, der sich daraus ergibt, da Lilien noch immer trauert, fand ich gut geschildert und nachvollziehbar. Dennoch merkt man nach und nach wie sich die Protagonistin wieder für Neues öffnet.
Als krassen Gegensatz hierzu gibt es auch noch ihre Schwester, die durch und durch Single ist und einen großen Männerverschleiß hat, Lilian jedoch immer tatkräftig unter die Arme greift. Dennoch fand ich diese Figur am wenigsten sympathisch und ich konnte ihre Handlungen auch oftmals nicht richtig nachvollziehen. Dass sie sich plötzlich fest an einen Typen binden will, der mal so durchs Buch marschiert kam, hat mich etwas aus dem Fluss der Handlung gerissen und nicht gerade positiv. Gut war natürlich, dass diese Figur eine Wandlung durchgemacht hat, doch diese urplötzliche Wandlung kam mir zu schnell daher, als das ich es nachvollziehen konnte. Da kommt ein Mann an und mit einem Schnips will die Figur sich von Grund auf ändern und das fand ich war der einzige Punkt am Buch, der mir absolut nicht gefiel und mich extrem gestört hat. Wäre das nach und nach während der Geschichte passiert, hätte ich es als glaubhafter empfunden.

Fazit:

Abbi Waxman hat in ihrem Debüt-Roman eine in sich abgeschlossene, wunderbare Geschichte über Liebe und Gartenanbau geschrieben. Mit ihrem leichten Humor und ernsten Untertönen hat sie mich für eine Weile sehr unterhalten und ich bin schon gespannt auf weitere Werke dieser Autorin.

Bewertung:


Zur Autorin:

Abbi Waxman wurde in England geboren und arbeitete für diverse namhafte Werbeagenturen in London und New York. Nachdem sie als Ghostwriterin von Nicole Ritchie deren ersten Roman geschrieben hatte, wandte sie der Werbebranche den Rücken zu und arbeitet seitdem als Drehbuchautorin fürs amerikanische Fernsehen. Abbi Waxman lebt zusammen mit ihrem Mann, drei Kindern, drei Hunden und sieben Hühnern in Los Angeles. Dies ist ihr erster Roman. Er wurde auf Anhieb in vierzehn Länder verkauft. (Quelle: Rowohlt)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen