Donnerstag, 31. Dezember 2015

Rezension: Mami, warum sind hier nur Männer? von Volker Surmann


Infos zum Buch:

Originaltitel
Verlag: Goldmann
Autor: Volker Surmann
Seiten: 288
Preis: 8,99 € | Ebooks: 7,99 €

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Beschreibung:

Verkehrte Welt im Gay-Resort auf Sardinien: Hotelier Helmer Klotz, selbst schwul, verachtet seine homosexuelle Klientel aus tiefstem Herzen. Dann gewährt er in einer Notsituation Ilka, einer frisch verlassenen Mutter mit ihren zwei Kindern, Unterkunft. Damit treffen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein können. Denn auf eine Konfrontation mit so viel Heterosexualität sind Helmers Hotelgäste nicht vorbereitet, die aufgeweckte Kleinfamilie stiftet ordentlich Unruhe und Chaos. Und doch sind es am Ende ausgerechnet die von der Liebe enttäuschte Heterofrau und ihre Kinder, die dem bärbeißigen Hotelchef vor Augen führen, dass es unter Homosexuellen durchaus auch liebenswerte Exemplare gibt. (Quelle: Goldmann)

Meine Meinung:

Den Anfang der Geschichte fand ich super. Ich bin gut ins Buch reingekommen und Volker Surmann hat genau meinen Humor getroffen. Ich war ständig am lachen und auch all die skurrilen Figuren habe ich während des Lesens ins Herz geschlossen. Ich fand es sehr lustig wie die Kleinfamilie das Gay-Resort ordentlich durcheinander gebracht hat. Vor allem auch die abtrusen Reaktionen der Gäste waren unterhaltsam.
Den Hotelier Helmer fand ich sympathisch. In den schwulen Gästen sieht er eher eine gute Einnahmequelle, als dass er sie gerne um sich gehabt hätte, dabei ist er ja selber schwul. Aber das kam so richtig schräg mit einem Augenzwinkern rüber, so dass man es ihm einfach nicht übel nehmen konnte. Ilka, Thea und Felix fand ich auch klasse. Ilka, die gestresste Mutter, die die Nase voll von ihrem Mann hat und deren Kinder ihr auf der Nase herumtanzen, das hat der Autor richtig gelungen umgesetzt. Thea versucht immer einen auf großes Mädchen zu machen, eben die typische abgeklärte Teenietour, was aber überhaupt nicht nervig beim Lesen wirkte und der kleine Felix mit seinem rosafimmel. Ich konnte das gut nachvollziehen, da mein jüngerer Bruder mal so eine schreckliche Rotphase hatte. Niedlich fand ich vor allem die arglose Art der Kinder mit allem um sie herum umzugehen, ihre manchmal doch äußerst direkte, unschuldige Weise bestimmte Dinge anzusprechen und gerade die Erwachsenen in Ratlosigkeit zu versetzen war zum Schreien komisch.
Vor allem die Dragqueen Olga hat die Geschichte dann noch mal so richtig in Fahrt gebracht und einige Male ordentlich Klartext geredet, was die üblichen Vorurteile über Heteros und Schwule anbelangt. Wer sich also noch ein wenig nebenbei über einige Begriffe aufklären lassen möchte, bekommt das ganz nebenbei von Tante Olga um die Ohren geschleudert.
Die wenigen Tage im Hotel haben mir gut gefallen. Der Autor hat sie witzig und manchmal auch Haarsträubend verstreichen lassen und auch die Umgebung konnte man sich beim Schmöckern sehr gut vorstellen, ohne das Langeweile aufkommt.
Einzig zum Ende hin war mir das dann doch ein klein wenig zu viel drama was den Familienstreit anbelangte. Plötzlich waren alle Figuren dabei und irgendwie mittendrin und mir war es beim Lesen ein wenig zu viel des Guten.
Auch beim Schluss hätte von mir aus nun nicht aus den beiden Figuren unbedingt ein Pärchen werden müssen, aber man kennt das ja, die schlimmsten Kuppler sind immer noch die Autoren.
Das Ende fand ich ganz gut umgesetzt und ansonsten habe ich da auch nichts zu bemängeln. Ich finde es schön, mal wieder so viel zum Lachen gehabt zu haben und kann das Buch getrost weiterempfehlen.

Fazit:

Mit viel Witz und Humor hat Volker Surmann mal ein wenig mit den üblichen Klischees aufgeräumt und eine Kleinfamilie auf ein Gay-Resort losgelassen. Unbedingt mal reinlesen und unterhalten lassen! Kann ich nur empfehlen!

Bewertung:


Zum Autor:

Volker Surmann ist Autor, Satiriker und Exil-Ostwestfale in Ostberlin. Er stand zwanzig Jahre als Kabarettist und Comedian auf der Bühne und ist nach wie vor einer der Hausautoren des Berliner Kabaretts „Die Stachelschweine“. Er schrieb für diverse TV-Comedyformate (z.B. „Mensch Markus“, „Was guckst Du?“) und rechnete in seinem ersten Roman „Die Schwerelosigkeit der Flusspferde“ (2010) mit dem Comedybusiness ab. 2012 erschien seine Geschichtensammlung „Lieber Bauernsohn als Lehrerkind“, 2014 sein zweiter Roman „Extremely Cold Water“. Er schreibt Beiträge für das Satiremagazin „Titanic“, Kolumnen für das queere Hauptstadtmagazin „Siegessäule“ und betreibt seit 2011 den Berliner Satyr Verlag für Humor und Satire. Seit 2003 liest er jeden Donnerstag bei der Berliner Vorlesebühne „Brauseboys“ und tritt regelmäßig bei Poetry Slams in ganz Deutschland auf. (Quelle: Goldmann)

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