Dienstag, 29. Dezember 2015

Rezension: Die Säuberung von Markus Frenzel


Infos zum Buch:

Originaltitel
Verlag: Sutton Krimi
Autor: Markus Frenzel
Seiten: 368
Preis: 14,99 € | Ebook: 11,99 €

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Beschreibung:

In einem verlassenen Berliner Vergnügungspark kommt es zu einem grausigen Fund. Eine junge Frau wurde gepfählt. Trotz fieberhafter Ermittlungen gibt es bald eine zweite Leiche, die auf grausamste Weise zu Tode gequält und zur Schau gestellt wurde. Die mysteriösen Botschaften an den Tatorten führen das Ermittlerteam um Kommissar Vuk Tolstoi weit zurück in die Vergangenheit und konfrontieren ihn mit seiner eigenen schmerzlichen Familiengeschichte. (Quelle: Sutton Verlag)

Meine Meinung:

Also von der Story her hat mich das Buch sehr fasziniert, auch wenn es schon ein wenig brutaler ist als so manch anderer Krimi. Wahrscheinlich war es auch deswegen so spannend zu lesen. Statt einfach nur einen Krimi zu erzählen hat der Autor auch noch ein wenig geschichtliche Aspekte wie Völkermord und Kriegsverbrechen des bosnischen Krieges miteingebaut. Ich bin wahrlich keine Leuchte was Geschichte angeht, aber es war dennoch sehr interessant zu lesen. Auch die Arbeit von Journalisten hat der Autor miteinfließen lassen was ich ebenfalls ansprechend fand.
Leider hatte ich trotzdem so meine Probleme mit dem Buch und das lag vor allem an den Figuren. Mit anderen Figuren hätte ich dem Buch wahrscheinlich volle 5 Sterne gegeben, aber ich habe mich mit keiner davon wirklich identifizieren können. Keine Person im Buch wirkte so richtig sympathisch auf mich. Es war zwar so an sich interessant aus Sicht der verschiedenen Figuren zu lesen, aber einiges ging mir dann doch auf den Keks.
Vor allem war es die Figur Tonia, die mir ein Dorn im Auge gewesen ist. Ich bin kein Fan von Pairings mit großen Altersunterschieden und habe hier gerade drei Bücher davon liegen in denen sich ältere Kommissare mit Studentinnen vergnügen. Ich hoffe, das wird kein neuer Trend...
Tonia ist auch noch so eine Figur, die ich regelrecht gehasst habe und was sie mir absolut nicht sympathisch gemacht hat war eben, dass sie auf allen möglichen Gebieten perfekt ist und sich scheinbar in allem super auskennt. Rein zufällig ist sie Möchtegern-Historikerin, zufällig kennt sie sich ganz gut in bosnischer Geschichte aus, zufällig wird sie mit in den Fall hineingezogen, usw. Das wirkte auf mich ein bisschen sehr an den Haaren herbeigezogen und konnte mich beim besten Willen nicht überzeugen. Ihre zickige Art hat das dann auch nicht gerade besser gemacht, so dass ich am Schluss bloß noch die interessanten Passagen gelesen habe, aber ansonsten alle Szenen, die mit ihr zu tun hatten bloß überflog oder weiterblätterte.
Ana Cayart fand ich noch recht ansprechend, aber irgendwie hat mich ihre Eifersucht nach einiger Zeit auch nur noch genervt, vor allem weil sie einfach nicht richtig um Vuk gekämpft hat. Mit Vuk ging es gerade noch so. Seine Lebensgeschichte fand ich ansprechend erzählt und hin und wieder hatte ich auch Mitleid mit ihm, aber seine rabiate Arbeitsweise war dann doch nicht so wirklich mein Fall. Für meinen Geschmack kam vor allem Theo viel zu kurz. Über ihn als langjährigen Partner vom Kommissar hat man so gar nichts richtig erfahren. Das fand ich sehr schade. Dafür hat sich der Autor große Mühe beim Lebenslauf der anderen Figuren, vor allem der Opfer, gegeben. Mir hat es gefallen ihre Werdegänge zu lesen.
Am Schreibstil gibt’s nichts zu bemängeln, ebenso die relativ kurzen Kapitel, die nur hin und wieder mal etwas länger waren. Die Seiten sind zwar wie gewohnt bei Sutton sehr textlastig, aber das fällt beim Lesen nicht weiter ins Gewicht.
Der Spannungsaufbau der Handlung ist gelungen umgesetzt und vor allem zum Ende hin spitzt sich die Lage zu und man fiebert schon so ein wenig dem Finale entgegen.
Ich denke mal anderen Lesern wird das Buch wahrscheinlich besser gefallen als mir. Ich hatte nun mal Probleme mit den Figuren und kam mit keiner so richtig auf einen Nenner und teilweise gab es doch so einiges was ich einfach nur überblättert habe. Ich weiß nicht ob ich hier weiterlesen würde, wenn es eine Reihe wird. Wahrscheinlich eher nicht, aber es war mal interessant diesen Krimi/Thriller zu lesen, der thematisch wirklich mitreißend ist.

Fazit:

Wer Krimis mag und sich auch ein wenig für Geschichte interessiert sollte mal reinlesen. Auf fast 400 Seiten bekommt man hier eine durchaus spannende und anspruchsvolle Handlung geboten.

Bewertung:


Zum Autor:

Markus Frenzel arbeitet als investigativer Journalist für das ARD-Magazin FAKT in Leipzig. Er hat Politikwissenschaft studiert, längere Zeit in Paris und Aix-en-Provence gelebt und ist für die »Deutsche Welle« um die Welt gereist. Jahrelang hat er sich an die Fersen eines Rebellenchefs geheftet, der von Interpol weltweit gesucht wurde und aus Mannheim den Krieg im Kongo führte. Ein Interview mit FAKT brachte den Mann schließlich hinter Gitter. In dem Buch »Leichen im Keller« (dtv) veröffentlichte Frenzel seine Recherchen zu internationalen Kriegsverbrechern in Deutschland. Für seine Arbeit wurde er mit zahlreichen renommierten Journalistenpreisen ausgezeichnet. »Die Säuberung« ist sein erster Krimi. (Quelle: Amazon)

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