Sonntag, 27. Dezember 2015

Rezension: Die Nebelgängerin von Andrea Ecker


Infos zum Buch:

Originaltitel
Verlag: Edition Oberkassel
Autorin: Andrea Ecker
Seiten: 304
Preis: 11,99 € | Ebook: 7,99 €

Link zu Amazon

Homepage | Goodreads | Lovelybooks





Beschreibung:


Wer könnte ich sein? Wie wäre mein Leben verlaufen, hätte das Schicksal die Weichen anders gestellt? Fragen, auf die es in der Regel keine Antwort gibt.
Nach zahlreichen Tiefschlägen hat sich Teresa ein Nischendasein geschaffen, in dem sie sich vor weiteren seelischen Verletzungen sicher wähnt. Doch dann wird ihr einsames, ereignisloses Leben erschüttert. Vom Tod der Mutter – und von der Entdeckung, dass eine ihr bis dahin fremde Zwillingsschwester existiert. Diese Alice, die sie unter einer Wiener Adresse ausfindig macht, verkörpert in ziemlich jeder Hinsicht das genaue Gegenteil Teresas. Doch ehe sie sich zu erkennen geben kann, muss Teresa feststellen, dass ihre offensichtlich perfekte Zweitausgabe ein dunkles Geheimnis hat. Die Faszination ist zu groß. So dringt Teresa unbemerkt in das Leben ihrer Schwester ein, folgt den Spuren, setzt das Rätsel Stück für Stück zusammen. (Quelle: Edition Oberkassel)

Meine Meinung:

Mal abgesehen von dem etwas wenig hervorgestechenden Cover verbirgt sich in diesem Buch eine beeindruckende Geschichte. Ich war überrascht von dem tollen Schreibstil der Autorin und der interessanten Handlung.
Teresa ist eine Eigenbrötlerin, die etwas introvertiert wirkt und das Verhalten einer Stalkerin aufweist, das im Verlauf der Handlung immer stärker zutage tritt. Die Autorin hat Teresa hervorragend rübergebracht, so dass sie aber dennoch sympathisch wirkt und man sich teilweise doch recht gut in sie hineinversetzen kann. Ihr Zwilling Alice ist hingegen genau das Gegenteil von ihr, äußerlich anscheinend das perfekte Leben führend blickt Teresa aber schnell hinter Alice Fassade und ihr großes Geheimnis.
Besonders die Handlung fand ich klasse umgesetzt. Man erlebt Teresa in ihrem üblichen Alltag, bis sie den ersten Schritt wagt und nach ihrer Schwester sucht. Mit wenigen Anhaltspunkten gelingt es ihr immer tiefer in das Leben ihrer Zwillingsschwester einzutauchen, als ihr zu Anfang vielleicht bewusst ist. Dabei hat Andrea Ecker eine Menge spannender und teilweise auch rührender Szenen mit eingebaut. Neben den kurzen Kapiteln trägt auch der Schreibstil dazu bei, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.
Ich fand auch das Thema Stalking enfühlsam umgesetzt und passend in die Geschichte eingewoben. Mit leichten Thrillerelementen blieb die Spannung zum Ende hin auch nicht auf der Strecke. Ich fand es sehr gut umgesetzt wie Teresa immer mehr über das Leben ihres Zwillings erfahren hat. Wie sie versucht hat auf ihre Weise ihrer Schwester näher zu kommen und in ihren Lebensraum eindringt, ohne sich darüber richtig im Klaren zu sein. Hier kam wirklich nichts zu kurz und man merkt beim Lesen deutlich, dass die Autorin sich wirklich Gedanken über die Geschichte gemacht hat. Die Nebenfiguren sind gut umgesetzt worden, aber es ist deutlich, dass sich die Handlung um die Zwillinge dreht und die Nebenfiguren dadurch teilweise etwas kurz kommen. Das hat mich beim Lesen aber nicht wirklich gestört.
Das Ende bringt noch einige Wendungen mit sich und auch ein paar spannende Szenen zum Finale hin. Der Schluss hat eher einen ruhigen Ausklang, hat mir alles in allem aber gut gefallen.

Fazit:

Eine toll umgesetzte Geschichte über Zwillinge, Stalking und das nicht immer alles den Anschein hat wie es ist. Unbedingt reinlesen. Es lohnt sich.

Bewertung:


Zur Autorin:

Andrea Ecker wurde in Bochum geboren und wuchs dort auf. Seit 1999 lebt sie in Essen. Beruflich stehen Sprachen im Fokus ihres Interesses. Mit Abschlüssen in Englisch und Italienisch arbeitete sie unter anderem als Übersetzerin und Fremdsprachenassistentin, unterrichtete gelegentlich und gab Kurse in der Erwachsenenbildung. Daneben gehört ihre große Leidenschaft der Literatur und dem kreativen Schreiben. Romane bilden dabei seit mehr als zehn Jahren den Schwerpunkt. „Lichtwechsel“ war im Jahr 2012 ihre erste Veröffentlichung. Die Konfrontation mit unerwarteten Wendungen, Brüchen, Chancen – das ist es, was Andrea Ecker fasziniert. An Romanfiguren. Und am Leben. (Quelle: Edition Oberkassel)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen