Samstag, 3. Oktober 2015

Rezension: Wo du auch bist von Kerstin Bätz


Infos zum Buch:

Originaltitel
Verlag: Amazon Publishing
Autorin: Kerstin Bätz
Seiten: 418
Preis: 9,99 € | Ebook: 4,99 €

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Hinweis: Die Autorin schreibt derzeit an einem unheimlichen Fantastik-Roman.


Beschreibung:

Die Historikerin Sonja ist auf der Flucht. Vor ihrem alten Leben und ihrem gewalttätigen Mann Kai. Mit Hilfe eines alten Freundes reist sie in die Beelitz-Heilstätten südlich von Berlin, um dort als Archivarin ein neues Leben anzufangen. Sie schöpft neue Hoffnung, als sie den Fotografen Jan kennenlernt. Doch mit jedem Tag werden ihr die Ruinen der ehemaligen Lungenheilanstalt unheimlicher. Um sie herum werden die Schatten tiefer und die Tage dunkler. Sonja fühlt sich beobachtet. Weil sie weiß, dass jemand sie verfolgt. Jemand, der sie gut zu kennen scheint … aber kann sie ihrem Verstand noch trauen? (Quelle: Amazon)

Meine Meinung:

Das Cover finde ich toll. Es passt mit dem düsteren Touch richtig gut zur Geschichte. Der Handlungsort mit den Beelitzer Heilstätten ist eine tolle Idee und auch sehr gut umgesetzt worden. Vor allem die gruselig schaurigen Momente hat die Autorin gut eingefangen und eine beklemmende Atmosphäre erschaffen. Ich habe das Buch die meiste Zeit auch noch an dunklen Regentagen gelesen, so dass die Stimmung perfekt gepasst hat. Es gab hin und wieder ein paar spannende Momente und während der Handlung wusste man oftmals auch nicht so recht wem man nun trauen konnte und wem nicht.
Sonja mochte ich. Hin und wieder waren mir ihre Paranoia etwas zu viel, aber ansonsten hielt es sich in Grenzen und sie war eine sympathische Protagonistin. Ihre Arbeit als Archivarin wurde auch geschickt in die Geschichte eingefädelt und hat hier sehr gut reingepasst. Vor allem auch die Geschichte auf deren Spuren Sonja sich begibt ist interessant und geschickt mit den Heilstätten verbunden worden. Auch auf Sonjas Vergangenheit in der Kindheit und mit ihrem Mann wurde zur Genüge eingegangen, so dass nichts zu kurz kam.
An einigen Stellen, vor allem am Anfang war mir die Liebesgeschichte ein wenig zu schnulzig. Wobei ich denke hier hat mich eher die Wortwahl ein wenig gestört und natürlich hat Jan seinen Teil dazu beigetragen, denn er benimmt sich äußerst seltsam und mysteriös.
Was ich nicht ganz so nachvollziehen konnte war, dass Sonja sich so schnell auf einen anderen Mann einlässt, wenn man bedenkt was sie alles durchmachen musste und dann schon direkt von Liebe spricht. Das wirkte auf mich nicht ganz so glaubhaft. Gerade bei häuslicher Gewalt glaube ich kaum, dass sich jemand so schnell wieder an eine Person binden kann wie Sonja es getan hat. Hier war mir einfach das Tempo der entstehenden Beziehung zu schnell.
Das Trio um Effie, Michél und Lars fand ich toll. Ich mochte sie alle auf Anhieb und fand es schön, dass sie mehrere Auftritte in der Geschichte fanden. Auch die anderen Nebenfiguren sind nicht zu blassen Statisten geworden, sondern haben tolle Rollen eingenommen.
Das Ende hat mir gut gefallen, nur hin und wieder ist es etwas zu sehr ins dramatische gerutscht. Die Autorin hat es aber immer wieder geschafft die Story herumzureißen, so dass ich gerne weitergelesen habe.
Der Schreibstil gefiel mir auch. Wie erwähnt hat die Autorin es geschafft hin und wieder die Atmosphäre geschickt in Worte zu fassen, so dass einige Szenen beklemmend zu lesen waren. Das schafft nicht jeder. Sie hat hin und wieder schöne Lebensweisheiten und Vergleiche eingebaut. Alles in allem hat es sich gut lesen lassen.

Fazit:

Ein solider Psychothriller und ein tolles Debütwerk. Die Beelitzer Heilstätten haben mich von der ersten Sekunde an fasziniert und wer Geschichten mit Gruseleffekt mag sollte durchaus mal reinlesen.

Bewertung:


Zur Autorin:

Kerstin Bätz lebt mit ihrem Mann und drei Töchtern in einem 140-Seelendorf im fränkischen Taubertal. Neben der umfangreichen Arbeit im ehemaligen Pfarrhaus, in dem die Familie lebt, und dem zugehörigen Garten, engagiert sie sich ehrenamtlich in der Nachmittagsbetreuung der örtlichen Grundschule. Die Leidenschaft für das Schreiben hat sie vor einigen Jahren gemeinsam mit ihrem Mann entdeckt. »Wo du auch bist« ist ihr erster Roman. (Quelle: Amazon)

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