Dienstag, 27. Oktober 2015

Rezension: Die Scherben der Wahrheit von Mark Billingham


Infos zum Buch:

Originaltitel: In the Dark
Verlag: Atrium
Autor: Mark Billingham
Seiten: 480
Preis: 19,99 € | Ebook: 15,99 €

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Beschreibung:

In einer regnerischen Nacht kommt ein Auto von der Fahrbahn ab und rast in eine Bushaltestelle. Mehrere Menschen werden verletzt, für Paul Hopwood kommt jede Hilfe zu spät. Die Polizei glaubt, dass Paul das zufällige Opfer eines Initiationsritus wurde, wie er unter Jugendgangs in diesem Teil Londons keine Seltenheit ist. Pauls hochschwangere Frau Helen aber will nicht glauben, dass ihr Mann auf so sinnlose und zufällige Weise ums Leben kam. Als sie unbekannte Nummern auf Pauls Handy entdeckt, erhärtet sich ihr Verdacht. Helen begibt sich auf eine Reise durch die Nacht, auf der Suche nach der Antwort auf eine fürchterliche Frage: Wer war der Mann wirklich, dessen Kind sie unter dem Herzen trägt? (Quelle: Amazon)

Meine Meinung:

Von Mark Billingham war dies mein erster Roman. Aus seiner Tom Thorne-Reihe kannte ich bisher nur einige Verfilmungen, der Ermittler hat in diesem Band aber nur eine minimale Nebenrolle, so dass man die anderen Bücher nicht zwingend kennen muss und dieser Band für sich steht.
Der Grundton ist im Buch ein wenig kühl, aber dennoch angenehm zu lesen. Der Autor hat eine tolle Art zu schreiben, sehr strukturiert und mit wechselnden Perspektivwechseln. Die Geschichte kommt gut ohne viel Action und Blutvergießen aus und kann trotzdem wunderbar auf ihre Art unterhalten.
Die Protagonistin Helen ist nicht unbedingt eine Sympathieträgerin, dennoch fand ich es mutig von ihr auf eigene Faust zu ermitteln, vor allem wenn man bedenkt in welchem Zustand sie sich befindet. Dennoch wirkte sie auf mich manchmal etwas zu gehässig und distanziert.
Auf der anderen Seite lernt man Theo kennen, der Mitglied in einer Bande ist und auf die falsche Bahn gerät. In ihn konnte ich mich deutlich besser hineinversetzen als in Helen, weil der Autor sehr gut auf seinen inneren Konflikt eingegangen ist und weil Theo sich eben auch bewusst war, was er da für Mist verzapft hat.
Die Bandenmitglieder waren gut auseinanderzuhalten und ich finde auch die kriminellen Handlungen hat der Autor gekonnt in Szene gesetzt. Dazu der Kontrast zu Helens Leben, die nicht gerade ein Unschuldslamm ist und dennoch versucht für Gerechtigkeit zu sorgen. Im Laufe der Handlung hat sie eine erstaunliche kaum merkbare Wandlung durchgemacht.
Der Aufbau der Geschichte war gelungen. Im Prolog erfährt man was passiert ist. Im ersten von vier Teilen erlebt man wie sich die Handlung bis zu dem Zeitpunkt entwickelt und was im Anschluss alles passiert. Die Ermittlungsarbeiten waren interessant zu lesen und auch die Figuren, ihre Familien und Freunde wurden auf ihre Weise ansprechend dargestellt.
Das Ende gab dann noch einmal einige Wendungen preis, war aber nicht allzu spektakulär. Das Buch kommt mit wenig aus und weiß dennoch mit interessanten Figuren, äußeren als auch inneren Konflikten und einem intriganten Fall zu überzeugen.

Fazit:

Wer nicht so viel Wert auf viel Action & Blutvergießen legt sollte bei diesem Roman unbedingt zugreifen. Das Buch liest sich trotz der hohen Seitenanzahl flüssig und schnell.

Bewertung:


Zum Autor:

Mark Billingham, 1961 in Birmingham geboren, ist einer der international erfolgreichsten britischen Krimiautoren, seine Bücher erscheinen in über zwanzig Sprachen. Einem großen deutschen Publikum wurde er erstmals mit seinem Thriller Die Lügen der Anderen bekannt, der 2014 bei Atrium erschien und zum Bestseller wurde. Billingham lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im Norden Londons und in Florida. (Quelle: Atrium)

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