Montag, 12. Oktober 2015

Rezension: Der blutende Planet - Die Vierte Energie von Markus L. Stettler


Infos zum Buch:

Band 1
Originaltitel
Verlag: /
Autor: Markus L. Stettler
Seiten: 560
Preis: 16,00 € | Ebook: 3,99 €
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Sidestories kostenlos auf der Homepage erhältlich:
Das Fest der Lichter
Das rote Haus der Agra Kan
Der schwarze Wal des General Ganmor Yrne (ab Dez. 2015)

Beschreibung:

Eine abenteuerliche Weltraum-Legende über drei leidenschaftliche junge Individuen, die um ihr Überleben und die Freiheit ihrer gesamten Zivilisation kämpfen.
Intelligente Maschinen sind die größte Bedrohung für die Freiheit der Menschheit. Deshalb darf im Jahr 402 nach den Maschinenkriegen keine mehr im zivilisierten Universum existieren! Doch die Machtgier der großen Organisationen beschneidet die Freiheit der Menschen auf andere Weise. Kinder werden zwangsrekrutiert, Fabrikarbeiter wie Gefangene gehalten und die Wissenschaftsreligion engt das Denken der Mönche auf realitätsferne Mantras ein.
Zudem kündigt sich ein Krieg zwischen den zwei grossen Organisationen, den Bewaffneten Weltraumdiensten und dem Wirtschaftskonsortium, an und ein Attentat lässt die Friedensverhandlungen scheitern.

Das gesamte zivilisierte Universum ist bedroht. Angesichts dieser Katastrophe brechen drei mutige junge Individuen aus ihren autoritären Strukturen aus:
Der zweiundzwanzigjährige Kapitän Leos Kan will den bei dem Attentat ums Leben gekommenen General Muster rächen. Dann wird er jedoch selbst für den Tod seines Mentors verantwortlich gemacht und von seinen eigenen Soldaten gejagt.
Die jugendliche Rebellin NR, eine Straßenwaise auf dem Planeten Gasa, unternimmt alles, um die Bewohner vor dem machtgierigen Administrator und seiner Leibwache zu beschützen. Mit dem Attentat auf die Friedensverhandlungen überschreitet sie jedoch eine tödliche Grenze.
Der hochbegabte Novize Franzin Berzelius würde alles tun, um endlich als Mönch und Wissenschaftler anerkannt zu werden. Nachdem sein Vater bei dem Attentat schwer verletzt wird, will er die Hintergründe des Konflikts zwischen den großen Organisationen untersuchen und gerät dabei in den Sog von dunklen und mysteriösen Kräften, die selbst seine Vorstellungskraft sprengen.

Meine Meinung:

Ich muss zugeben, dass mich die Aufmachung des Buches zuerst ein wenig ernüchtert hat. Es ist ungefähr so groß wie ein A5-Blatt und der Platz auf einer Seite würde wohl für 2 Buchseiten reichen. Gefühlt gelesen hat es sich also beinahe wie ein 1000-Seiten Wälzer und es war leider auch ein klein unhandlich, dennoch muss ich sagen, dass mich das Buch total in seinen Bann gerissen hat. Denn die 560 Seiten starke Geschichte ist sehr dicht, tiefgründig und vielschichtig erzählt worden und ein toller Auftakt für ein SciFi-Epos. Zudem gefällt mir auch das Cover im Speedpaintingstil sehr gut.
Ich lese eher selten SciFi-Bücher, aber trotzdem habe ich hier gut reingefunden und als ich erst mal in der Handlung drin war hat es mich wirklich mitgerissen. Man wird beim Lesen auch nicht mit allerlei Fachbegriffen überhäuft, so dass ich selbst als Laie keine Verständnisprobleme hatte.
Die Figuren waren mir allesamt sehr sympathisch. Leos ist eine Figur, die genau weiß was er will und durch jahrelanges Training auch Führungsqualitäten aufweisen kann. In der Geschichte hat er mehrere Male bewiesen was in ihm steckt. Bei NR war es hingegen immer ein hin und her. Ich mochte sie anfangs und fand es aufregend wofür sie mit den Rebellen gekämpft hat, aber ab und an ist das Interesse an dieser Figur doch ein wenig gesunken. Teilweise lag das wohl auch daran, dass sich wohl angedeutet eine Liebesgeschichte entwickelt hat auf die ich bei diesem Buch nicht so scharf war. Zum Ende hin gab es aber eine erneute Kehrtwendung, die NRs Leben noch einmal gewaltig auf den Kopf stellt. Franzin ist mein Favorit der drei Helden. Er ist ein wissbegieriger junger Mönch, der vieles infrage stellt und eine sehr sympathische Figur ist. Ich fand es aufregend die Geschichte aus seiner Sicht mitzuerleben, weil er anfangs genauso im Dunkeln tappt wie der Leser. Nebenfiguren wie Zin Wrigg, Helena Atwood, Rickie und insbesondere Agra Kan haben sich ebenfalls beim Lesen klammheimlich als Favoriten entpuppt. Besonders Agra Kan hat mich fasziniert, weil sie so schwer durchschaubar und immer für eine Überraschung gut war.
Das Setting hat mir sehr gefallen. Gasa konnte man sich bildlich nachvollziehbar vorstellen, da der Autor auch nicht mit Details und Informationen gegeizt hat und auch aus Sicht der vielen Figuren im Buch konnte man sich ein Gesamtbild vor dem inneren Auge erschaffen. Auch die Standesunterschiede, die Waffen, Raumschiffe und das Leben auf Gasa wurden anschaulich in Szene gesetzt.
Das Ende hat mir gut gefallen und es gibt eine toll umgesetzte Weltraumschlacht, die durch viele Perspektivwechsel interessant zu verfolgen war. Das eigentliche relativ offene Ende lässt Spekulationen zu wie es weitergehen könnte und ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung. Auch die Zwischenspiele in der Geschichte in Märchenform fand ich toll umgesetzt und lockern die Handlung ein wenig auf.
Was mich gestört hat waren eher kinkerlitzchen wie die erwähnte mögliche Liebesgeschichte, bei der man wohl erst im zweiten Band erfährt was daraus wird sowie eine Szene zwischen NR und Leos im Lager der Rebellen, die mir ein wenig zu überhastet erschien und die ich nicht so ganz nachvollziehen konnte etwa ab Mitte des Buches und eben das unhandliche Format der Ausgabe. Ansonsten fand ich die Geschichte sehr gelungen und denke sie hat viel Potenzial für eine längere Buchreihe. Ich bin gespannt wie es weitergeht und freue mich auf die Fortsetzung.

Fazit:

Trotz Aufmachung des Buches sollte man sich nicht abschrecken lassen. Die Handlung ist faszinierend, liest sich dank vieler Perspektivwechsel flüssig und der Schreibstil ist auch sehr angenehm zu lesen. Das Buch ist auch für Leser geeignet, die sich nicht sonderlich mit SciFi auskennen, aber dennoch actionreiche Handlungen mit vielschichtigen Figuren mögen.

Bewertung:


Zum Autor:

Markus L. Stettler ist 1975 in Basel auf die Welt gekommen. Der schweizerisch-kanadische Schriftsteller hat sich buchstäblich vom Barkeeper zum Qualitätsmanager eines großen Unternehmens hochgearbeitet und kennt die Welt von oben und unten. Studiert hat er Literatur, Medienwissenschaften, Philosophie und Rechtswissenschaften. Daneben schaut er leidenschaftlich gerne Science-Fiction-Filme und liest sich von Max Frisch bis zu Stephen King quer durch die gehobene Unterhaltungsliteratur. Schon als Jugendlicher wollte er Schriftsteller werden. Seither hat er nie aufgehört zu schreiben. In seinem Science-Fiction-Roman Der Blutende Planet spiegeln sich die vielen Perspektiven des Schriftstellers auf unsere Welt wider. In der Weltraum-Legende zeigt der Autor die Vielfalt der Freiheit und die unterschiedlichen Wege, wie man für die Freiheit kämpfen kann und muss. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in seinem Geburtsort. (Quelle: Amazon)

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