Freitag, 7. August 2015

Rezension: Der große Trip - Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst von Cheryl Strayed


Infos zum Buch:

Originaltitel: Wild
Verlag: Kailash
Autorin: Cheryl Strayed
Seiten: 448
Preis: 9,99 € (Taschenbuch)
          19,99 € (geb.Buch)
           8,99 € (Ebook)

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Beschreibung:

»Die Frau mit dem Loch im Herzen, das war ich.« Gerade 26 geworden, hat Cheryl Strayed das Gefühl, alles verloren zu haben. Mit Drogen und Männern tröstet sie sich über den Tod ihrer Mutter und das Scheitern ihrer Ehe hinweg. Als ihr ein Outdoor-Führer über den Pacific Crest Trail in die Hände fällt, trifft sie die folgenreichste Entscheidung ihres Lebens: mehr als tausend Meilen zu wandern, durch die Wüsten Kaliforniens, über die eisigen Höhen der Sierra Nevada, durch die Wälder Oregons bis zur »Brücke der Götter« im Bundesstaat Washington – allein, ohne Erfahrungen und mit einem Rucksack auf dem Rücken, den sie »Monster« nennt. Klapperschlangen und Schwarzbären, Hitze und Strapazen, Abenteurer und Einsamkeit sind Cheryl Strayeds Begleiter auf dieser Reise, die sie fast umbringt, stärkt und schließlich heilt. Das atemberaubende Abenteuer einer Selbstfindung – voller Witz, Wahrhaftigkeit und Intensität, mit einer respektlosen Heldin, die man lieben muss. (Quelle: Kailash)

Meine Meinung:

Nachdem ich den Film gesehen habe wollte ich unbedingt noch mal das Buch lesen. Was Cheryl Strayed gewagt hat finde ich unheimlich mutig vor allem, dass sie den Pacific Crest Trail die meiste Zeit wirklich im Alleingang bezwungen hat. Nach einem schweren Schicksalsschlag, einer gescheiterten Ehe und eher gedankenlosen sexuellen Affairen und Drogenkonsum entschied sie sich für eine Auszeit und wanderte den PCT von Kalifornien bis nach Oregon ab. Unterwegs hat sie die unterschiedlichsten Menschen kennengelernt, meist nur für kurze Zeit, die ihr Leben jedoch um einiges bereichert haben.
Ich fand es wirklich toll jede einzelne Etappe mit ihr im Roman bestreiten zu dürfen und wurde ständig von starken Fernweh geplagt. Die Beschreibungen ihrer Umgebung waren sehr detailliert und ausführlich, man konnte sich beim Schmöckern alles bildlich vorstellen und auch ihre Begegnungen mit verschiedenen Leuten fand ich sehr unterhaltsam, bewegend – manchmal aber auch gruselig, aber die meiste Zeit hatte Cheryl einfach Glück und ist wunderbaren Menschen auf ihrer Reise zu sich selbst begegnet.
Trotzdem gab es einige Strapazen, wenn man bedenkt, dass sie die durch Wüstenlandschaft gewandert ist mit starkem Schnee und Regenfällen kämpfen musste, Bären begegnete und anderen Tieren wie Klapperschlangen, Bullen und Elchen und natürlich auch immer die Gefahr als Frau allein zu reisen, wobei sie wirklich ziemlich großes Glück hatte und die meisten Leute sie wohl gerade weil sie als Frau allein unterwegs war mit Herzlichkeit überschüttet haben. Ich glaube, Männer haben es da auf dem PCT etwas schwerer mit der Gastfreundschaft.
Was mir nicht so gut gefiel waren im Grunde genommen ihre regelrechte Fixierung auf Männer, wenn man es mal so ausdrückt, das war mir dann manchmal doch etwas zuviel. Sie hatte durchaus ein bewegendes Leben mit ihrer Familie durchgemacht, aber beim Lesen hat es eben durchaus ein wenig genervt, besonders wenn man so etwas immer auf die Eltern schiebt. Dazu noch ihre Naivität in manchen Situationen bei denen man nicht wusste ob sie das nun aus Absicht tat oder eben nicht und ihre Gedankenlosigkeit mit der sie durchs Leben ging. Aber klar, selbst mit 26 Jahren verzapft man noch so einigen Unsinn und wenn man bedenkt wie früh sie geheiratet hat – neben ihrem Männerkonsum, kann man durchaus verstehen, dass sie erst mal auf die harte Tour erfahren musste dass das Leben eben nicht immer eitel Sonnenschein ist.
Trotzdem fand ich ihre Wanderung auf dem PCT aufregend und bin immer noch erstaunt was sie bisher in ihrem Leben alles hat durchmachen müssen, wenn man bedenkt, dass ich im Moment genauso alt bin wie sie damals. Mit Recht hat sie den Spitznamen die Königin des PCT bekommen.
Interessant fand ich auch die erwähnten Bücher in ihrer Biografie, die sie während ihrer Wanderung gelesen hat und die noch einmal alle am Ende aufgelistet worden sind.
Am Ende war ich beinahe genauso erleichtert beim Lesen wie Cheryl, als sie endlich die Brücke der Götter erreicht hat und ganze 1700 km gewandert ist. Das ist wirklich eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt wie schlecht sie sich auf den PCT vorbereitet hat.

Fazit:

Wer gerne wandert und selber solche strapaziösen Wege bereits auf sich genommen hat sollte auch mal in die Biografie reinlesen. Sie ist wirklich toll geschrieben worden und ich empfehle sie auch allen Naturliebhabern, Biografie-Lesern oder Fans der Verfilmung. Einige Szenen versteht man durch das Lesen der Biografie viel besser, da im Film doch einiges zu schnell abgehandelt worden ist.

Bewertung:


Zur Autorin:

Cheryl Strayed, geboren 1968, veröffentlichte nach ihrem Studium der Literatur neben einem Roman zahlreiche Beiträge in der New York Times, Washington Post, Vogue und anderen Medien. Ihr biografisches Buch »Wild – Der große Trip« avancierte zu einem beispiellosen Erfolg in den USA und stand monatelang auf Rang 1 der deutschen Bestsellerliste. Von und mit Reese Witherspoon wurde es sehr erfolgreich verfilmt. Cheryl Strayed lebt mit ihrem Mann, dem Filmemacher Brian Lindstrom, und ihren beiden Kindern in Portland, Oregon.  (Quelle: Kailash)

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