Dienstag, 28. Juli 2015

Rezension: Kein Tag für Jakobsmuscheln von Catherine Simon


Infos zum Buch:

Der erste Fall für Kommissar Leblanc
Verlag: Goldmann
Autorin: Catherine Simon
Seiten: 256
Preis: 8,99 € | Ebook: 7,99 €
Hörbuch: 16,71 €

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Band 2: Wintergäste in Trouville erscheint am 14. Sept. 2015




Beschreibung:

Spurensuche statt Gourmetmenü: Ein Toter versalzt Kommissar Leblanc den Fisch.

Der charmante Kommissar Jacques Leblanc hat sich von Paris in die Normandie versetzen lassen, um der brutalen Großstadtkriminalität zu entkommen. In Deauville-Trouville ist das Leben beschaulicher, und er kann seinen Leidenschaften nachgehen, dem Essen und den Frauen. Aber dann findet seine frühere Geliebte Marie einen Toten am Strand, und vorbei ist es mit dem süßen Leben. Während Leblanc einer vielversprechenden Spur nachgeht, lässt sich Marie auf das Schloss des Adligen und skrupellosen Fischindustriellen Montfort-Risle einladen – und das setzt dem Kommissar nicht nur aus beruflichen Gründen zu … (Quelle: Goldmann)

Meine Meinung:

Der erste Fall von Kommissar Leblanc hat mir gut gefallen. Vor allem das Cover und auch die Handlung haben mich neugierig gemacht und ich mag dieses französische Flair in Krimis. Besonders toll fand ich auch die Landkarte wenn man das Buch aufschlägt. Auf der Rückseite ganz hinten ist mal wieder ein wunderschönes Foto abgebildet. Da bekommt man direkt Fernweh.
Der Krimi ist solide aufgebaut worden immer im Perspektivwechsel zwischen Leblanc und seiner ehemaligen Flamme Marie, die eingangs auch die Leiche gefunden hat. Die Ermittlungen haben mir soweit gefallen, nebenbei konnte man noch einige Nebenfiguren kennenlernen und es gab oftmals auch sehr detaillierte Essensberichte von Leblanc und seinen Freunden was mir Anfangs doch ein bisschen zu viel des Guten war, aber mit der Zeit habe ich mich dran gewöhnt.
Besonderes Augenmerk fanden in diesem Krimi vor allem die Probleme der Fischerei und Zuchtfarmen sowie Homosexualität, beides ja zurzeit immer noch recht aktuelle Themen. Ich finde die Autorin hat in dem ersten Punkt sehr gut recherchiert und ein glaubwürdiges Bild der aktuellen Fischindustrie dargestellt. Mir ging es da wie Leblanc, unweigerlich fragt man sich was kann man denn überhaupt noch bedenkenlos essen, wenn mittlerweile nicht nur das Meer sondern auch die Fische selbst nicht mehr frei von Chemikalien und anderen Substanzen sind? Auf jeden Fall ist es ein sehr interessantes Thema und gut in die Geschichte eingefädelt worden. Die Leiche führt Leblanc und seine Kollegen in die irre und zu keiner genauen Spur, bis er auf den Fischbaron Antoine Monfort-Risle trifft, der ganz zu Leblancs Ärger scheinbar auch ein Auge auf Marie geworfen hat. Was ganz amüsant war, weil Leblanc für sein Alter doch ein ziemlicher Weiberheld ist und ausgerechnet wenn es um Marie geht doch mal etwas eifersüchtig wird. Zuviel möchte ich jetzt auch nicht von dem Fall vorwegnehmen.
Leblanc ist eine interessante Figur. Schon in seinem ersten Fall erfährt man viel über seine Familienverhältnisse und wie er aufgewachsen ist, dass ihn ein Traum ruhelose Nächte beschert und er einen wahren Frauenverschleiß hat. Einige kleinere Dinge blieben natürlich offen und ich bin gespannt ob im nächsten Fall darauf eingegangen wird. Über Lebancs Kollegen erfährt man nicht wirklich viel. Nadine wirkt nett, aber man erfährt nicht wirklich etwas über sie, außer das sie hochmotiviert ist und sich in ihrem Beruf tatkräftig in die Arbeit stürzt. Andere Figuren finden zwar noch Erwähnung, kommen in der Handlung aber überhaupt nicht vor. Die Freunde aus Leblancs Umfeld finden dann doch etwas mehr Spielraum.
Mit Marie hatte ich Anfangs so meine Probleme. Sie hat die Leiche gefunden, aber in den nächsten Kapiteln hat sie ebenfalls eine größere Rolle gespielt, so dass ich sie nicht richtig zuordnen konnte. Hätte sie nicht die Leiche gefunden und wäre Leblancs ehemals Geliebte hätte ich sie tatsächlich für die Mörderin gehalten. Mir kam es eben sehr komisch vor wie sie sich nach dem Fund der Leiche verhalten hat, als ginge sie das alles nichts an und im nächsten Moment sitzt sie mit Freundinnen im Restaurant und lacht sich die Seele aus dem Leib. Hätte ich eine Leiche gefunden würde mich das wahrscheinlich mehr als eine Woche beschäftigen. Wie gesagt ich konnte mich nicht wirklich mit ihr identifizieren und fand sie nicht sonderlich sympathisch. Wie es mit ihr und Leblanc weitergeht wird sich wohl noch in den nächsten Bänden zeigen.
Das Ende war interessant. Vor allem Simons Unterhaltung mit Leblanc fand ich sehr rührend und bewegend. Die Dialoge haben mir allgemein sehr gut gefallen und sind nur selten mal vom Thema abgeschweift. So richtig spannend war das Ende an sich nicht, dafür aber gut ausgearbeitet, so dass der Krimi zu einem ruhigen Ende fand. Mir hat trotzdem ein wenig der Überraschungsmoment gefehlt, auch wenn es ab und an mal einen Aha-Moment gab. Ich glaube man hätte aus diesem Fall durchaus noch ein wenig mehr herausholen können. Ich habe es trotzdem unterhaltsam gefunden den Krimi zu lesen und bin gespannt auf Leblancs zweiten Fall.

Fazit:

Für zwischendurch ist der 250 Seiten lange Krimi eine tolle Abwechslung, auch für Leser die sich etwas mit der Fischindustrie befassen wollen, einfach mal in die Normandie abschweifen möchten und ich denke auch die Gourmets unter den Bücherwürmern werden ihre wahre Freude mit der französischen Küche haben.

Bewertung:

 

Zur Autorin:

Catherine Simon ist das Pseudonym für Sabine Grimkowski. Seit 1999 ist sie als Redakteurin beim Südwestrundfunk in der Redaktion Literatur tätig. Sie hat Sachbücher geschrieben, unter anderem den Reisebegleiter "Normandie", und Romane zu Fernsehserien. Regelmäßig fährt sie in die Normandie und verbringt in Trouville einen Teil des Jahres. Sie wohnt dort im legendären "Hôtel des Roches Noires", wo schon Marcel Proust logierte und Marguerite Duras eine Wohnung besaß. Sabine Grimkowski lebt in Baden-Baden. (Quelle: Goldmann

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