Mittwoch, 3. Juni 2015

Rezension: Sturm über Rosefield Hall von Julie Leuze


Infos zum Buch:

Verlag: Goldmann
Autorin: Julie Leuze
Seiten: 352
Preis: 9,99 € | Ebook: 8,99 €

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Homepage der Autorin







Beschreibung:

Grafschaft Devon 1913: Ruby, die 18-jährige Tochter von Lord und Lady Compton, wächst sehr behütet auf dem elterlichen Herrensitz Rosefield Hall auf. Als der attraktive Cyril Brown aus London anreist, um den Sommer auf dem nahen Tamary Court zu verbringen, fühlen die beiden sich auf Anhieb zueinander hingezogen – und Ruby verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben. Doch Rubys Eltern sind strikt gegen eine Verbindung mit dem nicht adeligen jungen Mann. Außerdem scheint Cyril ein Geheimnis vor Ruby zu verbergen. Cyril stellt Rubys Leben auf den Kopf, doch plötzlich wendet er sich von ihr ab. Und dann ziehen dunkle Wolken am Horizont auf ... (Quelle: Amazon)

Meine Meinung:

Als erstes bin ich auf das Cover aufmerksam geworden. Dieser düstere Kontrast mit der hellen Blüte gefiel mir und die Story hat mich auch sofort angesprochen, da ich Geschichten über Adelsfamilien und ihre Dienerschaft sehr faszinierend finde.
Die Handlung spielt größtenteils auf Rosefield Hall und Tamary Court und bietet so ziemlich alles was man eben von einem Roman dieser Art erwartet. Eine adlige Familie, die nicht ganz ohne Tadel ist, einige Einblicke in die Dienerschaft und zur Krönung noch ein paar historische Hintergründe. In erster Linie bleibt es natürlich eine Geschichte die unterhalten will. Auf den ersten 100 Seiten wird man als Leser von Geheimnissen nur so überschwemmt und mit den wichtigsten Figuren vertraut gemacht. Allerdings ist mein Interesse dann doch ein wenig mit fortschreiten der Handlung abgeflaut. Im Prinzip ist die Geschichte eine runde Sache, aber einiges kam mir dann doch zu dramatisiert bzw. gewollt rüber. Auch die Liebschaften wirkten manchmal ein wenig kitschig und schmalzig was aber in erster Linie am blumigen Schreibstil der Autorin liegt. Das war mir etwas zu viel des Guten und in erster Linie ging es Anfangs ja wirklich nur um die Romanzen was ein wenig fade wirkte. Ab und an gab es einige eingestreute Themen wie zum Beispiel Basils Hang zur Eugenik, das immer wiederkehrende Thema um die Frauenrolle zu der damaligen Zeit und auch der Rassismus bekommt eine tragende Rolle in der Handlung. Skandal folgt auf Skandal und ich war mir manchmal nicht sicher ob das nicht ein bisschen zu viel des Guten ist. Interessant fand ich hingegen das Thema um die Suffragetten, welches auch einen großen Teil der Handlung eingenommen hat. In Sturz der Titanen habe ich darüber gelesen, aber eben nur wenig. Hier wurde das Thema ums Frauenwahlrecht sehr detailreich geschildert, auch mit den drastischen Folgen für die Frauen und was sie alles durchmachen mussten.
Ruby ist die Hauptfigur. Während der Geschichte wird sie sich mehr und mehr ihrer Rolle in ihrer Familie bewusst und erträgt es nicht länger wie ein eingeschlossener Vogel in einem Käfig zu leben und nicht frei denken und handeln zu können. Das konnte ich auch nachvollziehen, in einigen Dingen war sie aber doch sehr naiv und ihr 'lasst uns alle Freunde sein, wenn keiner hinguckt' kam auch ein wenig kindlich rüber. Sie ist nicht unbedingt mein Lieblingscharakter, aber sie ging mir auch nicht auf die Nerven. Cyril mochte ich, aber warum er Ruby ein ums andere Mal abgewiesen hat konnte ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Seine Gründe waren zwar verständlich, aber dieses ganze hin und her ging mir manchmal doch auf die Nerven. Und ja, hier ist es mal der Mann der sich ziert. Mit Florence und Alice hat die Autorin auch das Thema der Homosexualität zu damaligen Zeiten angeschnitten. Fand ich auch interessant, aber einge Szenen wirkten hier doch ein wenig zu gefühlsduselig. Etwas weniger wäre vielleicht besser gewesen.
Was ich schade fand war, dass die Autorin es den Figuren zu einfach gemacht hat. Ein Skandal wurde aufgedeckt und glattgebügelt ohne weitere Probleme aus dem Weg geräumt. Da fehlt einfach ein bisschen die Spannung, der Nervenkitzel wenn man so will. Sie hätte es den Figuren ruhig noch ein Stück schwerer machen können, dann hätte ich vielleicht auch mehr mitgefiebert.
Ansonsten war die Handlung an sich nicht schlecht, sehr romantisch mit interessant eingefädelten Themen und ausnahmsweise mal eine Geschichte in der mich die Figuren trotz ihrer Liebeleien nicht genervt haben. 

Fazit:

An Downton Abbey, wie es gerne damit verglichen wird, reicht Sturm über Rosefield Hall zwar nicht heran, aber es ist dennoch lesenswert und bietet im Anhang noch ein detailliertes Nachwort der Autorin zu den angesprochenen Themen im Buch. Für kurzweilige Unterhaltung sorgt der Roman auf jeden Fall mit liebenswerten Charakteren und einer großen Prise Romantik.

Bewertung:


Zur Autorin:

Julie Leuze, geboren 1974, studierte Politikwissenschaften und Neuere Geschichte in Konstanz und Tübingen, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Mittlerweile widmet sie sich ganz dem Schreiben von Auswanderersagas und Frauenromanen. Julie Leuze lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Stuttgart. (Quelle: Goldmann Verlag)

Kommentare:

  1. Huhu :)

    Schöne Rezi die du da geschrieben hast. Ich habe schon einige Bücher von Julie Leuze gelesen, ich glaube das hier ist auch ganz toll.

    Ich habe noch einen kleinen "Anschlag" auf dich vor xD Du wurdest hiermit von mir getaggt, lol. Mach einfach mit, ich finde die Idee wirklich süß :)
    http://lilianlovesbooks.blogspot.de/2015/06/summer-bucket-list-t-g.html

    VIele liebe Grüße
    Lilly

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    1. Ja, ihre älteren Bücher möchte ich auch noch mal lesen. =D
      Challenge accepted! XD haha~

      Liebe Grüße,
      Sandra

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