Freitag, 24. April 2015

Rezension: Die letzten Tage von Rabbit Hayes von Anna McPartlin


Infos zum Buch:

Originaltitel: The Last Days of Rabbit Hayes
Verlag: Rowohlt
Autorin: Anna McPartlin
Seiten: 504
Preis: 12 € (Taschenbuch) | 9,99 € (E-Book)

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Beschreibung:

Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst ... (Klappentext)

Meine Meinung:

Das Cover gefällt mir. Nicht zu traurig, nicht zu fröhlich. Somit bringt es schon mal die richtige Stimmung vom Buch rüber. Von heiteren, fröhlichen Augenblicken bis hin zu traurigen Momenten hat die Autorin die ganze Bandbreite an Gefühlen beim Lesen ausgelöst und dank ihrem schönen Schreibstil und Rabbits illustren Familie den ausweglosen Kampf gegen den Krebs sehr realistisch dargestellt. Ich kann schon verstehen, dass einige Leute einen Bogen um das Buch gemacht haben. Es ist wirklich sehr bewegend und traurig. Ich habe es regelrecht verschlungen und mit Rabbit und ihrer Familie gelitten, hin und wieder mal geschmunzelt und immer wieder gestaunt wie toll Anna McPartlin die Geschichte aufgebaut und geschrieben hat. Erzählt wird aus der Sicht der Familie und Freunden, natürlich auch von Rabbit und hin und wieder gibt es eingestreute Rückblenden aus ihrer Kindheit mit einer ganz besonderen Person in ihrem Leben. Teilweise überkamen mich ab der Hälfte des Buches allerdings auch Zweifel, ob das mit Rabbit, Johnny und Molly nicht ein bisschen zu viel des Guten war. Rabbit blieb manchmal ein wenig auf der Strecke, aber die Autorin hat noch gut die Kurve gekratzt und am Ende musste ich mich wirklich arg zusammen reißen um nicht zu heulen. Gefallen haben mir auch die wenigen Blogtexte von Rabbit. Die waren schön geschrieben und lassen einen nicht mehr so schnell los.
Die Figuren mochte ich eigentlich alle. Besonders Rabbit, Davey und Johnny zählen zu meinen absoluten Lieblingen. An Rabbit mochte ich es wie offen und unverkrampft sie mit ihrer Krankheit umgeht. Umso trauriger ist es, dass ausgerechnet so eine sympathische Figur unter dem Krebs leiden muss und man erlebt jeden Tag ihren Kampf aufs Neue mit, auch die schlimmen Zeiten, wenn es Rabbit so richtig schlecht geht.
Die Rückblenden mit der Band Kitchen Sink und Johnny fand ich klasse. Sehr unterhaltsam. Die Jungs waren eben wie Jungs so sind: frech, vorlaut und zu jeder Schandtat bereit. Das hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. Bei Johnny gab es aber auch sehr oft feuchte Augen und meine erste Vermutung hat sich tatsächlich bestätigt. Ich muss aber gestehen vom Aussehen her war er so gar nicht nach meinem Geschmack, trotzdem hat er sich meine Sympathie erschlichen, dieser Schlawiner.
Davey mochte ich, obwohl er ein Taugenichts ist und so ein bisschen das schwarze Schaf der Familie darstellt. Mir gefiel es vor allem wie sehr er sich für Juliet eingesetzt hat.
Die Romantik kommt nicht zu kurz, ist aber auch nicht so richtig im Mittelpunkt, da es im Buch natürlich grundsätzlich um ein anderes Thema geht. Das wurde gelungen umgesetzt. Anna McPartlin hat die Figuren und ihre Gefühle sehr realistisch dargestellt und ist dabei nicht über die Stränge geschlagen. Es war wirklich angenehm zu lesen. Bei einigen Dingen, die die Figuren getan haben konnte man hin und wieder nur den Kopf schütteln, aber so was ist zumindest bei mir schnell wieder in Vergessenheit geraten. Rabbits Familie ist wirklich toll und jeder hat auf seine Weise einen hohen Widererkennungswert. Anna McPartlin hat auch gut rübergebracht wie jeder auf seine ganz eigene Weise mit Rabbits Krankheit umgeht. Die vielen Schimpfwörter die im Buch vorkommen sind natürlich Geschmackssache. In Rabbits Familie wird eben viel geflucht. Interessant waren auch die Ansichten darüber ob es einen Gott gibt oder nicht was innerhalb der Familie immer wieder angesprochen wurde, da einige Religiös sind und Rabbit wenig davon hält. Das einzige was mich ein wenig verwundert hat, war das es ständig nur Sandwiches im Buch zu essen gab, aber gut die Dinger kann man die schnell essen, wenn ohnehin alle die meiste Zeit im Hospiz sind und in so einer Situation hat man auch keinen großen Hunger.
Das Ende ist sehr traurig, da fließen schon mal die Tränen und wer das Buch lesen will sollte zur Sicherheit Taschentücher bereit legen.

Fazit:
 
Ein rührendes Buch um den Kampf mit dem Krebs und dem Tod. Wer damit umgehen kann sollte wirklich mal reinlesen. Es ist toll geschrieben, bewegend und traurig mit einer sympathischen Hauptfigur und einem interessanten Familiendrama. Wer das Buch gelesen hat wird Rabbit nicht mehr so schnell vergessen.

Bewertung:


Zur Autorin:


Anna McPartlin wurde 1972 in Dublin geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Wegen einer Krankheit in ihrer engsten Familie zog sie als Teenager nach Kerry, wo Onkel und Tante sie als Pflegekind aufnahmen. Nach der Schule studierte Anna ziemlich unwillig Marketing, doch sie blieb dabei ihrer wahren Liebe, der Stand-up-Comedy, und dem Schreiben treu. Bei der künstlerischen Arbeit lernte sie ihren späteren Ehemann Donal kennen. Die beiden leben in der Nähe von Dublin. 

(Quelle: Text und Bild sind Amazon entnommen worden)

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