Dienstag, 28. April 2015

Rezension: Die Feenjägerin von Elizabeth May


Infos zum Buch:

Band 1
Verlag: Heyne
Autorin: Elizabeth May
Seiten: 397
Preis: 13,99 € (Taschenbuch) | 10,99 € (E.Book)

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Vorschau auf Band 2 (englisch)



Beschreibung:

Schön, talentiert und tödlich – Aileana Kameron hat nur ein Ziel: die Feen, die ihre Mutter getötet haben, zur Strecke zu bringen

Ballsaison im Edinburgh des Jahres 1844: Jeden Abend verschwindet die junge und bildschöne Aileana Kameron für ein paar Stunden vom Tanzparkett. Die bessere Gesellschaft zerreißt sich natürlich das Maul über sie, aber niemand ahnt, was die Tochter eines reichen Marquis während ihrer Abwesenheit wirklich tut: Nacht für Nacht jagt sie mithilfe des mysteriösen Kiaran die Kreaturen, die vor einem Jahr ihre Mutter getötet haben – die Feen. Doch deren Welt ist dunkel und tückisch, und schon bald gerät Aileana selbst in tödliche Gefahr ... (Amazon)

Meine Meinung:

Das Cover gefällt mir sehr gut. Genauso kann man sich Aileana vorstellen und so wird sie auch im Buch beschrieben. Auch die hervorgehobene Schrift des Titels finde ich toll.
Die Handlung konnte mich leider nur mäßig begeistern, dabei sollte es dank der vielen Actionszenen und der Feenkämpfe genau nach meinem Geschmack sein. In der Hinsicht gefiel mir die Handlung auch sehr gut. Vor allem die unterschiedlichen, gefährlichen Feen haben mich fasziniert. Das die Handlung in Schottland spielt gefiel mir auch, vor allem auch die Zeit um 1844. Auf die historischen Details ist die Autorin gut eingegangen, auch wenn einige Kampfszenen unfreiwillig komisch wirkten, wenn Aileana manchmal mit ihren bauschigen Kleidern gegen Feen kämpfen musste. Elizabeth May hat auch Steampunk mit in ihrer Geschichte eingewoben. Die Technik und auch die Geräte waren wirklich interessant. Ich habe das aber ehrlich gesagt erst so richtig ab Kapitel 5 gemerkt. Mich hat die ganze Zeit dieser Punschspender irritiert, weil es so einen damals ganz sicher noch nicht gegeben hatte. An der Story habe ich eigentlich nichts zu bemängeln. Aileana führt ein spannendes Leben als Feenjägerin, eckt bei der Gesellschaft aber jedes Mal dank ihrer verstörenden Vergangenheit an und bleibt eine einsame Außenseiterin. Nur am Anfang konnte ich nicht so recht nachvollziehen wieso sie sich mit Feen abgibt, obwohl sie eigentlich nach deren Leben trachtet und sie hasst.
Mit Aileana habe ich mich ziemlich schwer getan. Sie ist anfangs so zerfressen von Rachegelüsten und Mordgier, dass da selbst nicht mal die eingestreuten frechen Bemerkungen sie sympathischer wirken lassen. Da fehlt leider dieses gewisse Etwas um sie als Figur zu mögen. Eigentlich mag ich starke Frauenfiguren wie Aileana, aber hier fehlt es deutlich an Szenen in denen sie liebenswürdig erscheint. Ihre romantischen Gefühle gegenüber ihrem Mentor wirken noch unrealistischer und wenig nachvollziehbar. Sie sollte lieber ihren Jugendschwarm nehmen, das würde ich ihr zumindest noch abkaufen. Aileanas Mentor zeigt ihr ja nicht mal seine wahren Gefühle, hält sie immer auf Abstand und lässt sie im Unklaren über viele wichtige Dinge. Die beiden kennen sich schon ewig, wieso also verliebt sie sich erst jetzt in ihn? Vorher war er nicht nett, später ist er es immer noch nicht. Das hat er sie auch jedes mal spüren lassen. Ich kapier's einfach nicht! Hätte die Autorin schon von Anfang an ihre zwiespältigen Gefühle mit ins Spiel gebracht, dann hätte ich es vielleicht nachvollziehen können, aber nein, so konnte ich mit dieser Liebesgeschichte, die am Ende noch mal schön schmalzig, tragisch und überzogen wirkte nicht wirklich etwas anfangen. Vor allem als ihr Mentor ihre Gefühle auch noch scheinbar erwidert hat. Gut, er gibt nicht viel von sich Preis, aber das ganze Netz an Gefühlen und stereotyper Dreiecksbeziehung konnte mich einfach nicht fesseln, sondern hat mich vielmehr enttäuscht. Es wirkte einfach nicht realisitisch und nachvollziehbar.
Die Nebenfiguren waren bis auf Gavin doch recht eintönig und kamen recht selten vor. War ein wenig schade. Ich konnte auch die Szene mit Catherine so gegen Ende nicht recht verstehen, wieso sie es hinnahm und nicht weiter nachgehakt hat. Wäre schön, wenn die Autorin im zweiten Band mehr darauf eingehen würde. Ich hoffe es.
Das Ende war gut gelungen. Es gab eine wirklich spannende Szene und der Cliffhanger ist schon ein bisschen fies, wirft neue Fragen auf und macht neugierig auf Band 2.
Der Schreibstil ist in der Ich-Perspektive, lese und schreibe ich auch sehr gerne und ich bin der Meinung bei dieser Geschichte passt es auch sehr gut und der Text hat sich ebenfalls flüssig lesen lassen.
Am Ende gibt es noch ein Bestarium aller Feenarten, geschrieben aus Aileanas Sicht. War auch sehr schön noch mal nachzulesen wie sich die Feen unterscheiden, welche Stärken und Schwächen sie haben und welche Merkmale.

Fazit:

Wer Fantasy, Steampunk und Feen mag sollte durchaus zugreifen. Ich fand die angedeutete Dreiecksbeziehung nicht so gelungen, aber wer auf stereotype Figurenkonstellationen steht ist hier genau richtig. Ist wohl einfach Geschmackssache. Die Handlung ist spannend, actionreich und bietet ein furioses Ende mit einer starken Heldin.

Bewertung:

 

Zur Autorin:

Elizabeth May was born in California, where she lived during her formative years before moving to Scotland. She has a BA in Anthropology/Sociology from Marlboro College and a PhD in Social Anthropology from the University of St Andrews. When she isn’t writing, she can be found hiking through the Scottish highlands with a camera in hand. She currently resides in Edinburgh, Scotland, with her husband. (Sorry, war zu faul zum Übersetzen XD). 

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