Freitag, 24. April 2015

Rezension: Das verlorene Dorf von Stefanie Kasper


Infos zum Buch:

erschienen am 20. April 2015
Verlag: Goldmann
Autorin: Stefanie Kasper
Seiten: 376
Preis: 9,99 € (Taschenbuch) | 8,99 € (E-Book)

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Am 29. Mai startet eine autorenbegleitete Leserunde zu "Das verlorene Dorf" bei Leserunden.de 


Beschreibung:

Ostallgäu 1844: Trotz aller Warnungen verliebt das Waisenmädchen Rosalie sich in den Haberatshofener Bauern Romar. Sie heiraten und Rosalie kann es kaum erwarten Mitglied der Dorfgemeinschaft zu werden und trotz ihrer Andersartigkeit endlich eine Familie zu finden. Kurz nach ihrer Ankunft geschehen seltsame Dinge. Ein Neugeborenes kommt tot zur Welt, obwohl Rosalie noch in der Nacht den Schrei des Kindes gehört hat. Eine Frau stirbt kurz darauf und auch die Dorfbewohner beginnen sich seltsam zu verhalten. Rosalie verschließt die Augen vor alledem und versucht ihr neues Leben zu genießen und eine Familie zu gründen, doch als Romar sich anders verhält als sonst und auch zwei Frauen aus dem Dorf merkwürdige Andeutungen machen, beschließt Rosalie nachzuforschen und begibt sich dabei in große Gefahr...

Meine Meinung:

Allein schon der Klappentext hat mich neugierig auf das Buch gemacht und auch das Cover finde ich passt zur Atmosphäre der Geschichte. Da ich historische Bücher mag und dieses auch noch eine Geistergeschichte in sich vereint habe ich direkt mal reingelesen und mochte es kaum aus der Hand legen. Es ist auch mein erstes Buch von Stefanie Kasper.
Die Handlung hat mir gut gefallen. Rosalie hat ein seltsames Hobby, da sie tote Menschen in abscheulichen Situationen zeichnet und dank ihres Äußeren eckt sie mit beidem überall an und kaum jemand ist ihr wohlgesonnen. Im Waisenhaus in Schongau, wohin sie abgeschoben wird, ergeht es ihr schließlich nicht anders, doch als sie Romar kennenlernt gibt er ihr ein Gefühl, dass sie bisher nur bei einer Person empfunden hat. Das sie geliebt wird. Man merkt sehr schnell das hier nicht alles eitel Sonnenschein ist, denn Romar verhält sich äußerst sonderbar und macht ständig Andeutungen. Er verhält sich nach der Hochzeit kühl gegenüber Rosalie und ich habe mich die ganze Zeit gefragt was mit dem Mann und auch dem Dorf los ist. Seine inneren Konflikte wurden immer wieder erwähnt und zum Ende hin macht es auch Sinn und ist durchaus nachvollziehbar. Eigentlich sind im Dorf alle sehr nett, aber so nach und nach deckt die Autorin das schreckliche Geheimnis von Haberatshofen auf. Ich muss gestehen Rosalies Naivität hat mich manchmal schon gestört. Sie hat vor allen Warnungen die Augen verschlossen und wollte nichts wahrhaben. Ich wäre ja längst abgehauen, aber ich kann schon verstehen warum Rosalie es nicht getan hat, sonst hätte der Leser ja nie erfahren was es mit Haberatshofen auf sich hat. Zum Ende hin macht Rosalie endlich eine Wandlung durch und beginnt sich von einer unsicheren, naiven Frau zu einer starken Persönlichkeit zu ändern. Trotz ihrer Schwächen war sie mir sehr sympathisch und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen.
Die kursiven Texte in Erzählerperspektive zwischen der Handlung, die in der Gegenwart spielen wirken schon ein wenig gruselig. Mich überkam manchmal das Gefühl als wäre es wirklich echt. Das hat Stefanie Kasper gekonnt umgesetzt, obwohl die Geschichte größtenteils natürlich Fiktion ist. Auf den letzten 50 Seiten hatte ich ständig Gänsehaut, weil endlich alles zu Tage kam und die Sache mit Rosalie nicht so ablief wie ich es erwartet habe.
Stefanie Kasper kann wirklich toll schreiben, obwohl die Schrift recht klein gehalten ist liest sich der Text sehr flüssig und hat einen guten Flow. Sie hat eine spannende Atmosphäre aufgebaut, auch wenn man sich nicht unbedingt immer gegruselt hat, mysteriös war die Handlung allemal und man kann zwischendurch gut spekulieren was in dem Dorf vor sich geht.
Das die Handlung hauptsächlich nur an einem Ort spielt hat mir gefallen. Die Geschichte ist somit nicht vom eigentlichen Thema abgewichen und die Autorin hat sich Zeit genommen das Geheimnis nach und nach zu entspinnen. Die meiste Zeit wird aus Rosalies Sicht erzählt, hin und wieder auch aus der anderer Figuren was die Handlung abwechslungsreich gestaltet, aber nicht zu sehr von der Hauptfigur ablenkt.

Fazit:

Eine historisch spannend abgerundete Geschichte mit tollem Erzählstil, einer interessanten Protagonistin und einer Portion Gänsehautfeeling. Wer geheimnisvolle Geschichten mag sollte unbedingt zugreifen!

Bewertung:


Zur Autorin:

Die Autorin, Jahrgang 1984, ist im Bayerischen Oberland aufgewachsen und gelernte Redakteurin. Inzwischen lebt und arbeitet sie als freiberufliche Schriftstellerin im schönen Ostallgäu, wo sie sich mit Mann, zwei Söhnen und zwei Katzen auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei niedergelassen hat.
Und neben dem Schreiben? Gärtnern, Angeln & Saunieren sind ihre Steckenpferde. Nicht zu vergessen - das Abtauchen in gute Bücher. 

(Quelle: Biografie: Amazon | Buchcover: Bloggerportal)

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