Sonntag, 27. April 2014

Celeste bedeutet Himmelblau von Brigitte Pons (Rezension)



Infos zum Buch:

Band 1
Verlag: Egmont LYX Verlag
Seiten: 352 (Taschenbuch)
           354 (E-Book)
           auch als Hörbuch erhältlich, ungekürzt
Preis: 9,99 € (Taschenbuch)
         8,99 € (E-Book)
         18,57 € (Hörbuch)

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Homepage der Autorin






Beschreibung:

Ein Ehepaar findet einen toten Bauern in der Nähe seines Hofes. Der neue Dorfpolizist Frank Liebknecht kann Anfangs nicht viel mit dem Fall anfangen und übergibt ihn der Kriminalpolizei Odenwald, trotzdem kommt es Frank komisch vor und so beginnt er eigene Ermittlungen anzustellen, hält es vor seiner Vorgesetzten Brunhilde geheim und schafft es nur mit Mühe wenigstens einen der Dorfbewohner auf seine Seite zu ziehen, denn Karl Hofmeister scheint ihm wohlgesonnen zu sein und ist ihm bei seinen Ermittlungen durchaus hilfreich. Er kann Frank einiges über den Toten erzählen. Gleichzeitig findet der Rettungssanitäter Dieter Strobel ein junges Mädchen in merkwürdiger Kleidung. Sie spricht nicht, weigert sich andere Kleidung zu tragen, hat faszinierende blaue Augen und sie trägt ein düsteres Geheimnis mit sich.

Meine Meinung:

Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn es seine Schwächen hatte. Frank war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn er in den ersten Abschnitten ein wenig grantig wirkt. Die Dorfgemeinschaft wirkt auf den Leser wie man sie sich üblicherweise vorstellt: misstrauisch und nicht sehr redselig. Von Brunhilde hätte ich etwas mehr Einsatz erwartet, auch wenn ich sie so recht sympathisch fand, aber ich fand es schon komisch, dass sie sich kaum Gedanken über den Toten gemacht hat und den Fall direkt an andere Ermittler abgegeben hat. Dieter und Karl waren mir beide von Anfang an suspekt und ich hatte die ganze Zeit bei beiden ein komisches Gefühl, besonders Dieters Verhalten fand ich auffällig und ehrlich gesagt habe ich ihn nicht gerne in der Nähe des Mädchens gesehen. Im ersten Moment dachte ich sogar er wäre pedophil. Das Mädchen fand ich sehr interessant und die Stellen mit ihr habe ich gerne gelesen. Was ich auch amüsant fand, waren die kleinen Neckereien zwischen Frank und Marcel und von letzterem wurde ich gegen Ende des Buches noch mal deutlich positiv überrascht. Da merkt man erst, was er wirklich drauf hat.
Franks Ermittlungen waren teilweise recht waghalsig, er war auch nicht gerade objektiv in seinen Ermittlungen, hatte Vorurteile, was man beim Lesen schon gemerkt hat und so auch deutlich wird, dass er noch selber einiges zu lernen hat und eben nicht der perfekte Polizist aus der Großstadt ist und eben auch nur ein Mensch. Was ich aber merkwürdig fand war, dass er seine Ergebnisse statt mit seiner Vorgesetzten mit einem Außenseiter besprochen hat. Das ist mir bereits öfter in einigen Krimis aufgefallen und gefällt mir eher weniger. Das ist ziemlich unprofessionell.
Auch Frank hat eine Vergangenheit, die er mit sich herumschleppt und deswegen den Posten auf dem Dorf angenommen hat. Das war interessant, blieb aber eher im Hintergrund und die Autorin ist nur vage darauf eingegangen. Ich hoffe ja, dass im nächsten Fall von Frank etwas mehr zutage kommen wird.
Ab und an gab es einige überraschende Wendungen, das hat mir gut gefallen vor allem gegen Ende, auch der Schreibstil lässt sich angenehm und flüssig lesen und das Cover passt sehr gut zur Handlung, vor allem das Blau hat eine tiefere Bedeutung in der Handlung, sowie das Wort Celeste.
Ich denke aber mal, dass es vom Thema her nicht jedermanns Geschmack sein könnte. Im Mittelpunkt steht hier die Mathäaner Gemeinde, die auch mit der Colonia Dignidad in Chile zu tun hat. Die Hintergrundgeschichte dazu fand ich zwar sehr spannend und interessant, aber ich lese nicht so gerne über solche Themen, auch wenn die Autorin sich durchaus Mühe gegeben hat und die Hintergründe von Sektenaussteigern interessant dargestellt hat. Trotzdem habe ich das Buch mit einem unbehaglichen Gefühl gelesen. Liegt vielleicht auch daran, dass ich religiös aufgewachsen bin und in dem Buch kam es manchmal ein wenig so rüber, als würde man von Religionen eine Kopfwäsche bekommen und würde keine eigenen Entscheidungen treffen können und das fand ich in diesem Punkt eher negativ, außerdem hat der Begriff Sekte so einen schlechten Stellenwert mittlerweile, dass man automatisch alles in schlechtem Licht sieht, was mit diesem Begriff zu tun hat, was ich auch eher unschön finde.
Das Ende hat mir ganz gut gefallen, die Inszenierung mit Marcel fand ich gelungen und auch das Ende mit dem Mädchen fand ich gut. Auch, wenn mir dieser erste Band eher weniger gefallen hat, bin ich doch schon gespannt auf Franks nächsten Fall.

Fazit:

Das Thema war zwar nicht so mein Fall, aber wer sich daran nicht stört und Krimis mag, sollte durchaus zugreifen. Frank ist eine Figur mit Ecken und Kanten und recht sympathisch. Der Fall wurde interessant dargestellt und hält einige überraschende Wendungen parat.

Bewertung:

                                                

Zur Autorin:




Brigitte Pons (Jahrgang 1967) lebt und arbeitet in Hessen, knapp südlich von Frankfurt/Main. Sie schreibt Romane und Kurzgeschichten und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Text. Ihre Geschichten variieren zwischen mörderisch und heiter, provokant bis tiefsinnig und balancieren auch gerne im Grenzbereich.

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